Es war ruhig auf meinem Blog – teils aus Streß, teils weil ich noch einmal eine dicke, fette Erkältung bekommen hatte. Ich war zu gar nichts mehr fähig dieses Mal, und auch ist sie mir böse auf die Lungen geschlagen.

So, aber nun Schluss mit Erklärung und her mit diesem Schmankerl:

Ca. 86 Jahre altes Kleinod

Was ihr hier auf den Bildern seht, die da noch folgen, ist ein uralter Adventskalender, in Sütterlin verfasst.

Dieser Kalender bedeutet ein kleines Universum für mich, denn ich wuchs damit auf. Und ich bin nur die letzte in der Reihe.

Line und Stoffel, wie es damals noch hieß, erschien in dieser Version 1930. Natürlich ist alles daran handgeschrieben und gezeichnet und eines der absolut liebevollsten und bezauberndsten Bücher, was ich je in den Händen hielt.

Meiner Mutter, Jahrgang 1943, wurde schon daraus vorgelesen. In einer dunklen Zeit wie die nach dem Krieg und mit einer Mutter (also meine Oma), die selbst eines der armen verstoßenen Kinder war und sehr herzlos, muss das in der Weihnachtszeit ein winziges Stück des Glücks für meine Mutter gewesen sein.

Meine Mutter hatte zwei Geschwister und auch denen wurde natürlich daraus vorgelesen.

Als dann meine Mutter selbst das erste Kind bekam, meinen großen Bruder, las sie ihm den Kalender vor. Dann kamen meine Schwester – und noch einmal 7 Jahre später ich.

Line und Stoffel sind ein Teil meines Lebens. Durch dieses Buch habe ich schon, ich glaube in der 3. Klasse, angefangen, Sütterlin zu lernen. Es war eines der wenigen Bücher, welches etwas Nähe zu meiner Mutter ausgelöst hat.

Wie auch für meine Mutter waren Line und Stoffel ein kleines Stück des Glücks für mich. Daher bekniete ich auch meine Mutter jahrzehntelang, mir in der Adventszeit daraus vor zu lesen, und das obwohl ich beim letzten Mal schon 30 oder 31 war.

Natürlich konnte ich es selbst lesen, aber da ich keine gute Mutter hatte, waren diese Kleinigkeiten, wo sie mal meine Mutter war, einfach unendlich kostbar.

Zum Glück hat meine Mutter mir das Buch ein paar Jahre vor ihrem Tod überlassen.

Ich scannte es dann ein, bearbeitete es im Photoshop und löschte sorgfältig das Sütterlin heraus und fügte die übersetzten, bzw. heute lesbaren Texte ein. So erhielten mein Bruder und meine Schwester je ein Exemplar für ihre Kinder. Da beide kein Sütterlin können, bzw. mein Bruder nur rudimentär, war es nur logisch, dass ich das für sie machte.

Wie es mit vielen Büchern so ist, wurde Line und Stoffel in nachfolgenden Jahren immer wieder bearbeitet und aus Stoffel wurde dann der Name Peter (warum auch immer!). Es gab noch Auflagen von 1945 (vielleicht habe ich auch diese zu Hause, aber das kann ich nicht mehr bestimmen. Laut dem ZVAB muss es wohl um 1933 gedruckt worden sein.)

Ich möchte das heute mit euch teilen, um bei dem tristen, grauen Wetter ein wenig „Awwww“ in euren Tag zu bringen.

Alles Liebe, Eure Davina

PS: In zwei Monaten ist Heiligabend, nur mal so nebenbei 😉 😀

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Ich weiß nicht, ob das erlaubt ist, aber wenn ihr Interesse an der leserlichen Version habt, schreibt mir einfach:

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