Ihr wisst, ich hadere mit Seitan (pures Gluten) und Soja und dessen Produkte. Alles Mögliche an veganer Wurst ist ein Zusammengematsche aus Soja und Seitan, ist es vegetarisch sind Eier aus Bodenhaltung drin oder Erbsenprotein. Egal, was die Hersteller machen, es schmeckt immer alles (eklig) gleich und ist noch dazu teuer.

Seit ich vegan gelebt habe, hatte ich jeden Tag Entbehrungen und Verzicht. Ich liebe herzhaftes zum Frühstück. Aber wenn man nach 3 Jahren die Nase endgültig voll hat von jeglichen Brei-Konsistenzen oder Marmelade auf dem Brot oder Joghurt zum Frühstück, und auch keine Chemie mehr zu sich nehmen will, was macht man dann?

Naja, experimentieren halt 😀

Aus Kidneybohnen kann man wunderbar viel machen. Also, warum nicht eine Wurst? Nun, so war mein Plan.

Ich stellte mich in die Küche und bereitete also eine Wurst zu. Ich wollte sie am Stück, damit man Scheiben abschneiden kann. Leider hat das nicht wirklich funktioniert. Und warum dann posten? Weil ich „aus Versehen“ eine Art feste Streichwurst aus dem Glas erschaffen habe.

Da das der erste Versuch war, gehe ich mal davon aus, dass ich beim nächsten der Lösung schon etwas näher kommen kann. Ich denke, es hat einfach der „Feststoff“ gefehlt, also werde ich wohl entweder die Mutter des Seitan – also Mehl – zufügen oder die Mutter der Tortilla – Maismehl.

Aber hier erstmal die Vorgehensweise und die Zutaten. Plant dafür einen ganzen Sonntagmorgen ein 😀 Achja, erschreckt nicht aufgrund der vielen Gewürze – (fast) genauso viele kommen auch in die (leider) tägliche Wurst, die allgemein gegessen wird. Die Gewürze sind nämlich aus einem Metzgersbuch geklaut 😀 (aber nicht die Dosierung). Die Raucharomen sind der Ersatz für die Räucherung, die Hefeflocken der Ersatz für andere Geschmacksverstärker. Das Öl der Ersatz für das Fett in der Wurst, obwohl das hier WESENTLICH kalorienärmer ist.

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In einen Mörser habe ich gegeben:

je ½ Tl Rosmarin und Thymian
1 geh. Tl Majoran
10 Pimentkörner
2 Tl Senfkörner
1 Msp. gemahlenen Ingwer
¼ Tl Estragonblätter
¼ Tl gem. Anis
1- 1 ½ Tl Meersalz
(und das hier auch noch, ließ sich aber nicht mörsern – also habe ich alles später wieder rausgefischt: 1 Nelke, 1 Lorbeerblatt, 3 Wachholderbeeren)
alles gut mörsern, damit eine feine Gewürzmischung entsteht

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Dann muss das alles hier noch mit rein:

1 Msp. gem. Zimt
je 2 Msp. gem. Koriander, Cumin, Muskat
1 Msp. gem. Kardamom
3 Tl ungarischer Delikatesspaprika (oder milder Paprika)
1 ½ Tl scharfer geräucherter Paprika
2 Tl bunter, gemahlener Pfeffer
3 Tl Hefeflocken
alles gut durchmischen und zu den folgenden Zutaten in die Küchenmaschine geben

2 Dosen Kidneybohnen, gut abgetropft (jeweils 255g netto)
50g Haferflocken
12g no-egg/Eiersatz

Nebenbei 3 Schalotten schälen und sehr fein schneiden, ebenso 1 Knoblauchzehe. Beides in einer Pfanne in 5 El Olivenöl gut anschwitzen, aber nicht braun werden lassen. Ist alles weich, in die Küchenmaschine geben (inklusive dem Öl!). Jetzt noch

½ El Senf
1 guter El Tomatenmark
1 Tl flüssiges Raucharoma
2 Tl Steinpilzpulver dazu geben.

Nun die Küchenmaschine mit Messereinsatz so lange arbeiten lassen, bis eine breiige, feine Masse entstanden ist.

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So, was jetzt folgt habe ich nicht gemacht, aber es folgt den Regeln des Einmachens – und damit kenne ich mich zum Glück etwas aus.

Füllt die Masse in Schraubgläser (sauber, heiß gespült, am besten alles abgekocht, passt auf, dass ihr nicht mit den Fingern in die Gläser greift). Sie müssen in den Topf passen – Anleitung folgt hier:

Nehmt einen großen Topf – wir bauen jetzt einen Weck-Automaten/Dampfgarer – und legt einen Gitterrost/Kuchengitter hinein. Stellt nun alle Gläser auf den Rost. Gießt soviel heißes Wasser an, dass die Gläser zu ¾ darin stehen – die Deckel dürfen nicht unter Wasser sein! Legt den Topfdeckel auf und bringt alles zum Kochen. Das Ganze wird jetzt für ca. 1 Stunde gekocht, bei kleiner bis mittlerer Hitze. Wäre die Masse im Glas eiskalt, würde man kaltes Wasser angießen. Hier sollte sie aber durch die Zwiebeln und das Öl noch relativ warm sein.

Ist die Zeit um, entnehmt die Gläser sehr vorsichtig, dreht sie um und stellt sie auf den Deckel an einen ruhigen Platz, wo sie nicht mehr verschoben werden, bis sie abgekühlt sind. Das ist wichtig, damit sie Vakuum ziehen können und somit lange haltbar sind.

Sind die Gläser abgekühlt, sollte der Deckel sich nach innen gebogen haben. Wenn nicht, diese Gläser relativ zügig aufbrauchen.

Ich lagere diese Gläser – auch wenn sie eingekocht sind – im Kühlschrank. Das ist für mich sicherer.

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Hier wie es tatsächlich ablief: Da ich eine Wurst haben wollte, hab ich die Masse auf Alufolie gegeben, zusammen gerollt und fest zu einem Bonbon gedreht. Dieser Bonbon kam dann auf den Teller und für 1 Stunde in den „Dampfgarer“ – also meinen Topf, mit umgedrehter Schüssel und Teller darauf. Leider stellte sich dann beim Öffnen der Alufolie heraus, dass ich immer noch eine Kidneymasse hatte – wenn auch etwas fester als zuvor. Schnell hab ich mir zwei Gläser geschnappt und die heiße Masse eingefüllt, dann auf den Kopf gestellt und abkühlen lassen. Das mit dem Vakuum hat leider nur bei einem Glas funktioniert.

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Nun der Geschmackstest: Ziemlich gut, wie eine Art Leber-/Mettwurst aus dem Glas. Geschmackstest derer, die nicht wussten, was es ist: Oh, seit wann isst Du wieder Wurst? *bingo!*

Für mich negativ: Ich wollte keinen Brei für auf mein Brot – den ich aber jetzt wieder habe, also schmälert das für mich selbst die Freude am Essen. Die Masse ergibt soviel, dass man bei guter Lagerung diverse Gläser „Wurst“ im Kühlschrank auf Vorrat hat.

Mein Ziel hab ich verfehlt, aber ich denke, es fehlt einfach nur der Feststoff, der das Ganze zu einer schnittfesten Wurst werden lässt. Was das im Endeffekt sein wird, wird sich noch zeigen.

Falls jemand von euch mutig genug ist, das auch auszuprobieren, zu verbessern oder die „perfekte Wurst“ zu kreieren (ohne Soja, ohne Seitan), dann wäre ich dankbar für jeden Tipp.

Eure Davina

I don´t like any Seitan (as it is pure gluten) or soy or the products of that stuff. I just ate them because „I had too“ when I was purely vegan. So, since I was vegan I was searching for a sliceable sausage for my bread. You know, Germans like to have various different sausage types, cut in slices, for their bread, like salami, boiled ham, mortadella etc. Since I was living vegan everyday was a day of privation and abstinence. I love a hearty breakfast, but after 3 years of everdays soy joghurt with some fruit, and a lunch with bread and some unidentifiable mush, tasting like nothing or all the same, I wanted to have something different from that. Simply a good old fashioned slice of meat on my bread – in the morning. So, what do you do in a case like that?

Right – experiment 😀

So, kidney beans are lovely edibles and there´re lots and lots of nice recipes like patties or so. So, why not trying to make a sausage? That was my plan so far.

I got into the kitchen and created a sausage. Well, at least I tried. It didn´t work out quite the way I wanted it. So, why posting it then? Because I accidentally created another spread which tastes like some kind of canned meat/sausage stuff.

As this was my first try I think I might add some “solid matter” the next time, to get closer to my idea of a sliceable sausage. Maybe I´ll add the mother of gluten – flour – or the mother of a tortilla – corn flour. Don´t know yet, I´ll see.

But first things first, here´s what I did. Oh yeah, plan some time for that – it took me the whole Sunday morning preparing that stuff. And don´t be scared off by all the seasoning, as nearly all of those go into a sausage, too (well, at least in Germany). I “stole” the seasoning from a butcher´s book I came across (but not the measuring). The smoke flavours are used to replace the real smoke, the yeast flakes replace the flavour enhancers. The oil is replacing the fat in the sausage, whereas this vegan version is really and for sure low fat.

So, in a mortar and pestle put

each ½ tsp rosemary and thyme
1 heaped tsp marjoram
10 pimento seeds
2 tsp mustard seeds
1 pinch ground ginger
¼ tsp tarragon leaves
¼ tsp ground aniseed
1- 1 ½ tsp sea salt
(this here I also put into it, but that wasn´t that a good idea, as I wasn´t able grounding it, so I had to remove everything and pick it out of all the stuff: 1 clove, 1 bay leaf, 3 juniper berries)

so, pestle everything thoroughly.

Then add:
1 pinch ground cinnamom
each 2 pinches ground cilantro, cumin and nutmeg
1 pinch ground cardamom
3 tsp mild paprika
1 ½ tsp hot smoked paprika
2 tsp mixed ground pepper
3 tsp yeast flakes
mix everything together and add to the following ingredients in a food processor:

2 cans drained kidney beans (each 255g net)
50g oatmeal
12g no-egg/egg replacer

Peel 3 shallots and cut as thin as possible, sweat them together with 1 finely cut garlic clove in 5 tbsp olive oil, until very soft but not brown. Then add to the ingredients in the food processor, including the oil. Now add

½ tbsp medium hot mustard
1 generous tbsp tomato puree
1 tsp liquid smoke
2 tsp porcini powder

Now, let the food processor do its work with its knife. The paste should be very smooth.

Following up comes what I should have done but didn´t do ^^. Luckily, I am not so bad at preserving, so these steps will usually work very well:

Fill the mass into screw top jars (clean, hot washed, best sterilised by cooking in water for some minutes, don´t touch into the glasses and lids with your fingers as they´ll be contaminated afterwards). The jars must fit into the pot – prescription following up:

Take a huge pot – we are going to build a “steamer” – and place a grate/cooling rack on the bottom. Place the glasses there. Now pour hot water in – the jars should be covered only to ¾ (measured at the smallest glass!) – the lids must not be under water!
Now place the pot lid on, bring to a boil and leave simmering for 1 hour at low to medium heat. Should the mass be icecold, cold water is used and the time runs first from the point the water is boiling. In this case though the mass should be still warm from the oil and onions as well as the warmth of the food processor.

When the time is up, carefully remove the jars, turn them upside down and place them at a place where they can rest unhindered until they are cold. This is really important as this is for them to create the vaccum to be long lasting.

As soon as the jars are cold, the lid should have bend down and the glass should be sealed. If not, use those glasses up first.

And this is now what really happened:
As I wanted to have a sausage I placed the mass onto tinfoil, created a tight, rolled “bonbon” and placed it on top a plate, which was on top a flat bowl, into the pot. I poured hot water in and left it there for 1 hour to be steamed. Unfortunately, when I unwrapped the foil it turned out the mass had just thickened a bit but did not get any firm. So, I fast took some glasses, filled the steaming hot mass into them (ouch!) and turned them upside down to cool. One glass draw vacuum, but the other didn´t.

So, then the tasting came: Quite good though, kind of a liver/ground pork sausage/pudding. The tasting from those who didn´t know this wasn´t meat: Oh, since when do you eat meat again? *bingo!*

To me negative: I didn´t want to have another mushy spready thingy thing for my bread. I am just so sick of that! So, I´m not so much enjoying eating this, although the taste is really good. The mass has made so much that I can eat a long time on that.

I have missed my target, but I think there´s really just a “solid matter” missing which makes it sliceable. So, what that might be time will show.

For now, if anyone is interested in doing something like that too, might get some better results (without any seitan or soy stuff) or whatever, I´d be more than grateful getting your comments and hints and whatever 😀

Yours Davina

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