Nein, die Rede ist nicht von Fleisch, die Rede ist von Fotos 😀

Und schonmal vorab: Ich bin kein Profi noch habe ich die Zeit, jeden Tag mit Bildbearbeitung zu verbringen. Ich bin Anfänger und habe lediglich (manchmal) das Talent, schöne Bilder zu machen. Ich bringe mir zu 90% alles selbst bei und experimentiere viel. Und da Bilder immer eine Geschmackssache sind, ist es sowieso relativ, welches Auge was ansprechend findet.

Also, alles begann damit, dass mich meine geliebte Panasonic Lumix TZ8 Kamera kurz vor meinem Schottlandurlaub verließ – und ich dringend eine neue brauchte.

Nach langem Suchen entschied ich mich wieder für eine Panasonic – dieses Mal eine Bridgekamera (ein Zwischending zwischen Kompakt- und Systemkamera), die fast genauso viel gekostet hätte wie eine Kompakte.

Die Kamera hat einen sagenhaften Weitwinkel von 20mm (je kleiner die mm werden, desto größer der Winkel) und einen 60fachen optischen Zoom, beides Attribute, die sie außergewöhnlich machen und für jemanden wie mich, der es liebt Landschaften zu fotografieren, nahezu perfekt ist.

Und so weiter und so fort … 😉

https://www.amazon.de/Panasonic-DMC-FZ72EG-K-Digitalkamera-Megapixel-Superzoom/dp/B00E6DO50S/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1465477063&sr=8-1&keywords=panasonic+fz72

Ich habe keine Ahnung was ich da mache, ich mache es einfach. 😀

Kamera kam, klein Davina glücksselig, weil nicht nur der optische Zoom und der Weitwinkel sagenhaft sind, sondern auch das Makro! Waahhhhaaaaansinn, sag ich da nur!

(Und jeder Profifotograf, der jetzt die Augen verdreht: Das hier ist keine Spiegelreflex und nicht zu vergleichen!)

Um die Kamera besser zu verstehen, bestellte ich mir auch noch das dazugehörige Buch (das erste Mal in meinem Leben, dass ich sowas gekauft habe), arbeitete es durch, machte gleich in den ersten vier Wochen vor meinem Urlaub über 1.000 Aufnahmen (davon sind aber ¾ wieder gelöscht) und beschäftigte mich auch mit dem Format RAW.

RAW = roh = NEGATIV. Ganz simpel. Eine RAW Datei ist nichts weiter, als ein Negativ. RAWs kann man mit höherwertigen Kameras machen und später in Programmen wie Photoshop bearbeiten.

Da das bisher relatives Neuland war, machte ich nur wenige Aufnahmen damit, da ich den Nutzen noch nicht kannte und auch der Platz auf der Speicherkarte immens abnahm.

In der Kamera hatte ich die Einstellung „Mach mir ein jpeg aber speichere mir auch ein RAW ab“ eingestellt. Plötzlich war ich von über 3.000 möglichen Aufnahmen auf einer 32GB SD Karte runter auf nur noch 1.100. Nach ein paar wenigen Aufnahmen stellte ich die Kamera zurück auf „nur jpeg“.

Jetzt bin ich knapp einen Monat wieder daheim und habe mich heute mal an die wenigen RAWs gemacht.

Und … verdahaaaaahaaaammt!!! … HÄTTE ich doch nur!!!

Heidewitzka, was man da noch aus Bildern rausholen kann, das ist der absolute Hammer!!! (Und für mich mehr Spielerei und Staunen, als alles andere)

Auf der einen Seite wurde mir aber jetzt auch klar, was mich oft an anderer Menschen Bilder stört – die Unnatürlichkeit, die sich bei RAWs erzeugen lässt. Wenn dann noch ein schlechter Monitor dazu kommt, wird aus einem Bild, was eine angenehme und schöne Stimmung in einem erzeugt, schnell ein irritiertes „Ähä“.

Ich gehöre eigentlich zu der Sorte Mensch, die ein Bild in etwa so belassen möchte, wie ich es auch gesehen habe, denn das ist zum einen meine Erinnerung und zum anderen mag ich Gestelltes oder Gefälschtes so gar nicht.

Auf der anderen Seite ist es mehr als faszinierend, was ein „popliges“ Programm mit nur ganz wenigen Mausklicks aus einem Bild herausholen kann – da ist dann plötzlich Tiefe vorhanden, Farben, Schleier werden gelüftet …

Ist RAW jetzt gut oder nicht?

Ehrlich? Jaein. Es gibt da so das ein oder andere Bild, wo ich wirklich sagen muss „WOW“, aber dann sehe ich es mit meinem Herzen und es ist nicht mehr das, was ich an dem Tag der Aufnahme gesehen/erlebt/gefühlt habe.

Und trotzdem ärgert es mich, dass ich nicht alles in RAW aufgenommen habe, denn jetzt habe ich mir selbst die Möglichkeit genommen, andere Bilder, mit denen ich unzufrieden bin, hätte nachbearbeiten zu können.

Achja, was noch bei den Bildern auffällt: Ich hatte kein Stativ. Ich hatte zwar eines dabei, es war nagelneu, aber leider fiel es mir beim ersten Benutzen auseinander und war nicht zu reparieren :-/ Wer weiß, wie sonst die Bilder geworden wären … (Zuhause war der Mangel nicht ersichtlich gewesen 😦 )

Gerne würde ich von euch wissen, wie ihr über solche Fotos denkt und was euch besser gefällt.

Eure Davina

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Interessant, wie man aus der RAW Datei die Details im Hintergrund heraus holen kann – und leider auch gigantisches Bildrauschen: P1010097 98

Hier gefällt mir das RAW besser: P1010104 Berriedale a

Das RAW zeigt viele Details, nimmt aber auch Stimmung aus dem Bild. : P1010106a

Links das Bild, wie es tatsächlich aussah – natürliche Farben. Rechts das RAW übertrieben. Der Himmel hatte bei weitem nicht diese Farbe: P1010110a
P1010113a

P1010114a

P1010115a

P1010130a

P1010131a

P1010132a

Fazit, nachdem ich mir die Mühe des Bastelns und Vergleichens gemacht habe: Bis auf ein Bild gefallen mir die jpeg Bilder besser als die RAW Dateien. Sie spiegeln einfach eher das wieder, was ich selbst wahrgenommen habe.

PS: Auf der Arbeit ist RAW hingegen sehr nützlich, zB bei dem Thema Edelstahl fotografieren!

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