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@all my English readers: I am sorry, I am not writing this in English because I purchase the goods in Germany and have no clue if they are available in your country. Please accept my apologies for that.

… gibt es überall und viele – also mach ich auch welche ^^

Nein, meine Intention ist vielmehr meine eigenen Erfahrungen weiter zu geben. Ich lese viele Rezensionen und „verlasse“ mich teilweise darauf.

Bei mir setzt sich der Online-Kauf eines Produktes aus Intuition, Neugier, Inhaltsstoffen, Rezension und auch der Produktpräsentation zusammen.

Gerade bei Ersatzkäse ist es mir in letzter Zeit unglaublich aufgefallen, wie unterschiedlich – und auch subjektiv – die Beurteilung ist. Ich versuche immer so objektiv wie möglich zu bleiben (natürlich gelingt mir das nur bedingt).
Denn mit einer wutentbrannten Kritik, dass das Produkt „scheiße“ schmeckt oder „im Müll“ landet, kann ich nichts anfangen.

Ob es ein Segen oder ein Fluch ist, weiß ich nicht, aber ich habe ein hervorragendes Geschmacksgedächtnis, weswegen ich natürlich auch sofort vergleiche. Wenn jemand euphorisch schreibt, der Ersatz-Käse würde wie Parmesan schmecken, dann hat er noch nie in seinem Leben Parmesan gegessen – schon gar keinen guten.

Ich bin zum Glück mit dem Luxus aufgewachsen, Produkte genossen zu haben, die noch kaum einer kannte und nur in den Munden von Sterneköchen waren. Viele dieser Produkte wurden erst Jahre später „In“. Noch bevor Olivenöl wirklich populär wurde, hat meine Mutter damit gekocht. Ich bin mit Topinambur, Mexikanischen Gurken und buntem Mangold aufgewachsen.

Als Jugendliche wusste ich schon, was Bamberger Hörnchen sind (die weltbesten Kartoffelsalat-Kartoffeln, die es gibt!!!!) oder das Rote Bete auch bunt sein kann, oder das es Ochsenherz-Tomaten gibt (lange bevor es das alles auch zu kaufen gab). Ich liebe die Vielfalt an Salz die es gibt und habe absolut IMMER Himalaya-Salz und Fleur de Sel zu Hause, meistens noch ein geräuchertes Meersalz, dann noch ein ganz normales (eigentlich nur zum Nudel- und Kartoffelkochen). Garam Masala, Langpfeffer, indischer und englischer Curry, geräuchertes Paprika-Pulver, Harrissa und und und dürfen nie fehlen. Und natürlich schon gar nicht bunter Pfeffer … Ich gebe dennoch zu, dass wir seit 1987 nicht mehr an oder in einer (richtigen) Großstadt gelebt haben und hatten somit natürlich auch keinen Zugriff auf qualitativ gute Wochenmärkte, wo es all diese schönen Dinge vielleicht schon zum Kaufen gab.

Nunja, zurück zu diesem Thema … Ob das alles einen Sinn hat, Produktrezensionen hier zu posten weiß ich nicht, aber ganz sinnlos wird es hoffentlich auch nicht sein. Man sieht, was für Rezepte ich ausprobiere, wo ich pienzig bin und was ich mag – insofern hoffe ich, dass mein Geschmack eine Entscheidungshilfe sein kann/könnte.

Ich probiere auch vieles aus weil ich es einfach „muss“. Ich bin in meinem Privatleben öfter gewandet unterwegs und lagere auch auf Mittelalter-Märkten. Das mache ich bis zu viermal in einer Saison (die bei uns in der Gruppe von Juni bis September geht).

Lagern heißt zwar Erholung, aber nichts desto trotz hat man einen unglaublichen Streß und da muss was her, was schnell gegessen werden kann, was sich lange hält (auch ohne oder nur mit begrenzter Kühlung!) und was leicht zu transportieren ist. Noch dazu lässt sich auf einem Lager nichts veganes einfach mal schnell zubereiten.

Außerdem – um den ewigen Diskussionen aus dem Weg zu gehen – sollte das Essen so „normal“ wie möglich aussehen. Uuuuund: Ich versuche so geschichtsnah wie möglich zu sein. Dementsprechend muss mein Essen auch aussehen.

Da fallen von vornherein Auberginen, Tomaten, Paprika, Kartoffeln etc. weg, weil es die im Mittelalter einfach noch nicht gab. Für mich wäre es ein Fauxpas mit dem falschen Essen herum zu laufen, wenn noch die Touris (also die Touristen, die auf solche Märkte kommen, damit wir sie begaffen können 😀 😀 ) da sind.

Ich nähe meine Kleidung, baue meine Truhen, mein Bett, mein Regal selbst nach historischen Vorlagen, und da kann ich wohl schlecht mit einem Zucchini-Schiffchen rumrennen ;-).

Und ja – im Mittelalter gab es viel Fleisch – aber auch nur bei den hohen Tieren (hübsches Wortspiel ^^). Meine Darstellung ist eine einfache Magd – und da gab es vegetarisch, weil man sich Tier einfach nicht leisten konnte.

Damals war es auch nicht üblich, dass man Milch in dem Maße konsumiert hat, wie wir es heute so übertrieben tun. Und, Überraschung – schon unsere mittelalterlichen Vorfahren haben sich Mandelmilch gemacht, um Saucen anzudicken oder um sie einfach zu trinken!

Kohl, Karotten, Sellerie etc., Kräuter, Nüsse und Beeren, Mehl(produkte) und Korn(produkte) waren die Hauptnahrungsmittel.

Morgens gab es einen Getreidebrei, der lange satt gemacht hat und billig war. Zucker gab es noch nicht im einfachen Volk, Honig war zwar verbreitet aber trotzdem auch ein Luxusgut und so wurde bei weitem nicht soviel Süßungsmittel genutzt, wie wir das heute – auch im Übermaß – tun.

Mittags gab es einen Kanten Brot, abends wieder Brei. Je höher der Stand war, desto mehr und besseres Essen gab es. Eine freie Bauernfamilie konnte sich zum Beispiel schon mal etwas mehr leisten und mal was anderes auf den Tisch bringen.

Um schon wieder zurück zum Thema zu kommen: Vegetarisch ist in der Mittelalter-Darstellung kein Problem, und von vegetarisch zu vegan ist es nur ein kleiner Schritt.

Also, da ich auf mein Hobby abgestimmt Essen kaufe, probiere ich natürlich auch einige Ersatz-Würste aus. Oder praktische Dinge wie Hartkäse.

Deswegen findet ihr bei mir auch so viele Ersatzprodukte, die ich rezensieren möchte.

Übrigens: Begeistert bin ich von Ersatzprodukten – egal ob eigene Kreation oder gekauft – auch weil ich es immer wieder faszinierend finde, wie wenig Geschmack eigentlich Fleisch in Gerichten liefert.
Meine Vrikadellen, das Chili, die Königsberger Klopse – die alle schmecken „wie des Original“, manchmal sogar noch besser, und das ganz ohne Fleisch! Viele vergessen das ich vegan lebe oder denken, das sei nur ein Spleen – und wenn sie dann was essen, sind sie hellauf begeistert. Später kommt dann die Frage/Bemerkung „Ich denke Du lebst vegan“ – „Hä? Tu ich doch auch! Da war kein Fleisch drin.“ … und das große Entsetzen das sie mal was ohne Tier gegessen haben. Ich liebe das :-D.

Ich finde das toll – ich liebe solche Experimente und Überraschungen und Aha-Effekte!

In der nächsten Zeit stelle ich unter dieser Rubrik ein wenig Rezensionen ein und würde mich freuen, wenn ich tatsächlich dem ein oder anderen neue Produkte zeigen kann. Aber wie immer: Es ist alles eigene Geschmackssache.

Ich übernehme also keine Gewähr, dass es euch auch schmeckt ^^

Ganz viele liebe Grüße, Eure Davina

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