Hallo ihr Lieben,

in den letzten Tagen habe ich nun mehrfach mitbekommen/gelesen/diskutiert, dass viele Veganer Ersatzprodukte fast schon als des Teufels Werk ansehen und diese wahrhaft „verteufeln“.

Wieso eigentlich?

Natürlich, Ersatzprodukte, die man kauft, sind auch voll mit Zusatzstoffen (eben nur von anderer Herkunft), aber was ist falsch daran, als Gourmet und Geschmacks-Liebhaber liebgewonnene Produkte essen zu wollen?

Wie zum Beispiel meine Vrikadellen – ich kenne diese kleinen Dinger seit ich auf der Welt bin und ich vermisste den Geschmack davon. Also, die logische Konsequenz ist, die nach zu bauen und zu genießen. In gewisser Art ist das auch ein Ersatz-Produkt, genauso wie ein Sauerbraten oder Rouladen.

Mir fehlt auch der Geschmack von einem gebratenen Hähnchen – das ist nun mal so, den kenne ich auch seit fast genau 37 Jahren (naja, vielleicht nicht ganz so früh, ich weiß nicht, ob meine Mutter mir schon Hähnchen gegeben hat, als ich geboren wurde ^^)

Käse vermisse ich wirklich schrecklich, vor allem Alten Gouda und einen wunderbar gereiften Cheddar. Das ist nun mal so, ich bin damit aufgewachsen und ich esse Lebensmittel ja nicht, weil ich sie essen muss, sondern weil ich den Geschmack und die Konsistenz und das Erlebnis dahinter liebe.

Ich habe viele Ersatzprodukte für Käse ausprobiert – und bin mehr als enttäuscht. Bis auf eine Sorte, nämlich einen Streichkäse aus Schottland (das ist WIRKLICH Zufall 🙂 ), der schmeckt z.B. wie Bresso oder tatsächlich wie Cheddar, habe ich absolut NICHTS gefunden, was einem Käse gleich kommt. Und das nervt. Also suche ich weiter. Oder, gönne mir, einmal im Jahr wie an Weihnachten, einen wunderbaren „echten“ Käse von der Theke.

Ich BIN einfach ein absoluter Genussmensch und vielleicht ist das auch der Teil des veganen, der mir das Leben manchmal so schwer macht. Also suche ich nach Produkten, die von der veganen Industrie vielleicht geschmacklich so produziert wurden, wie das „Original“. Oder versuche selbst den Geschmack nach zu bauen.

Manchmal lässt es auch einfach mein Leben nicht zu, dass ich immer frisch koche. Ich habe einfach keine Zeit. Wie Samstag – ich war von morgens 7 Uhr bis abends um 7 nur unterwegs – und hatte keine Lust mehr, mir was kochen zu müssen.

Also hab ich mir ratzfatz ein Lupinensteak in die Pfanne geworfen und mir mit einem Brötchen vom Mittag einen Burger mit Sellerie, Tomaten, Kapern, Ketchup, Feigensenf und Pfeffer zusammen gebaut. Das waren gerade 5 Minuten und ich hatte einen super leckeren – und wie ich finde relativ gesunden – Burger auf dem Tisch. Und was warmes, denn das brauche ich auch wenigstens einmal am Tag.

Oder wenn ich mit meinen Leuten lagern gehe (viermal im Sommer) – also auf Mittelaltermärkten „campe“ – da brauche ich auch ein Ersatzprodukt, was schnell auf dem Grill zubereitet ist, nicht großartig gekühlt werden muss und kaum Platz wegnimmt und nicht erst langwierig gesäubert und geschnippelt werden muss. Die fertigen veganen Würste aus dem Kühlregal sind da einfach nur praktisch.

Solange man sich nicht NUR von Ersatzprodukten ernährt, kann ich absolut nichts, aber wirklich gar nichts verwerfliches daran finden, darauf zurück zu greifen.

Was meint ihr? Wie sind eure Meinungen? Für oder gegen Ersatzprodukte?

Ich bin gespannt auf eure Ansichten.

Eure Davina

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