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In der Gegend zwischen Braemar und Banchory

Ja, was möchte ich sehen? Natürlich alles!!! Aber, da man ja dank dessen, dass man ein Leben zu Hause hat, nur eine begrenzte Zeit hat, muss man sich auf das Wesentliche konzentrieren :-D.

Will ich eine Rundtour machen oder eine bestimmte Gegend erkunden? Will ich eine Whisky-Tour oder doch eher eine Castle-Tour machen? Will ich wandern oder mal länger spazieren gehen? Will ich einen City-Aufenthalt oder das ruhige Landleben? Will ich mehr an den Küsten unterwegs sein oder im Landesinnern?

Das sind Fragen, über die man sich Gedanken machen sollte, und oft helfen dabei auch Dokumentationen über Schottland, die immer wieder auf NDR oder anderen Dritten Programmen laufen. Surft auf den Internet-Seiten des NTS oder HS (Stiftungen, die sich dem Erhalt von alten Dingen verschrieben haben, siehe auch mein Bericht: Reiseführer und Organisationen)

Kauft euch einen Reiseführer mit vielen Bildern oder schaut euch noch auf anderen Websites um. Und dann seht ihr schon, wofür euer Herz schlägt.

Nehmen wir an, ihr wollt in den Nord-Osten von Schottland. Das ist dieses Gebiet hier:

 

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Meine Planung vom letzten Mal ^^

Ihr seht, ich habe mich mit meinen Textmarkern ausgetobt, denn es gibt einfach zuuuu vieles, was ich gerne sehen wollte. Ich habe mir verschiedene Routen mit meinem Navi ausgelotet – also wie lange ich brauche und wie viele Kilometer es sind.

Auf den Routen lagen diverse Attraktionen, wie z.B. auf der grün markierten Route. ZU viele, denn ich hätte mich hoffnungslos verzettelt, hätte ich alle machen wollen. Also hab ich alles das, was ich dort sehe, gegoogelt und mich über das jeweilige Objekt informiert.

Das Ende war, das ich damals mit meiner Freundin zusammen einen echt heftigen Tag hatte (aber TOLL!!!). Wir haben den Tomnaverie Stone Circle gesehen, dann sind wir zum Crathes Castle gedüst (der ABSOLUTE HAMMER!!!!), dann zum Drum Castle (was für eine Enttäuschung) und dann zu

meinem geliebten Castle Fraser (für mich das dritte Mal dort). Und dann sind wir wieder zu unserem B&B nach Lossiemouth zurück gefahren. Ein toller Tag, aber auch echt anstrengend, und vor allen Dingen mussten wir hetzen, obwohl das alles recht nah beieinander lag. Und viele Stopps waren da auch nicht drin. Und wir haben dann noch 2 Sachen auslassen müssen.

Ich kann wirklich nur jedem raten, sich vorher anzuschauen was man machen will und genau abzuwägen, ob das auch in die Tour passt. Sonst hat man am Ende nicht das gesehen, was man eigentlich sehen wollte.

Bezüglich der Landkarte nehme ich liebend gerne einen Collins-Atlas zur Hand, denn da sind viele Attraktionen eingezeichnet.

Ich habe für zu Hause einen DIN-A3-formatigen. Ich mache von den Karten Kopien und kann dann munter mit Neon-Markern (wie oben gesehen 😉 ) die Sachen anmalen, die ich machen will … oder Strecken nachzeichnen …

Die Kopien nehme ich dann auch (gefaltet) im Koffer mit, dann habe ich immer meine Straßenkarte im „Kompakt-Format“ und gleich mit meinen Anmerkungen dabei. Es lohnt sich auf jeden Fall, von Collins Britain eine Karte zu holen. Diese hier werde ich mir die kommende Woche noch bestellen (da mein Atlas von 2011 ist):

http://www.amazon.co.uk/2014-Collins-Road-Atlas-Britain/dp/0007497075/ref=tmm_pap_title_0?ie=UTF8&qid=1389454335&sr=8-2

Ich bin ein Geschichte-in-mich-Aufsauger, ein Stauner und Genießer und Detail-Fotografierer und verbringe immer viel Zeit in den Attraktionen, die ich mir aussuche (außer, es gefällt mir da nicht).

Dementsprechend habe ich für mich herausgefunden, dass man sehr, sehr viel Zeit einplanen sollte und nicht mehr als 3 Attraktionen pro Tag drin sind, je nachdem wie weit man fährt.

Ich nutze ein Navi, das die Funktion der Routenplanung hat. Die nutze ich um zu sehen, ob ich es schaffen würde an einem Tag von A nach B zu kommen.

Bitte, bitte macht nicht den Fehler wie ich beim ersten Mal und vergleicht Strecke/Zeit von Deutschland mit Schottland.

Ihr werdet wesentlich länger brauchen für 10km als ihr hier brauchen würdet.

Das ist nämlich so …. 😀 …

Ihr seid gerade gelandet, aufgeregt, habt das Auto geholt und fahrt los. Die ersten Kilometer seid ihr noch damit beschäftigt, das Auto und euch heil durch den Verkehr zu bringen. So, und dann kommt ihr auf eine Autobahn … Ihr staunt über die Landschaft und fahrt schon mal langsamer als gewöhnlich. Und dann, ja, und dann …. Die erste Landstraße … und kaum 100m weiter haltet ihr das erste Mal an, weil ihr einfach mit offenem Mund auf grüne Hügel starrt und einfach nur wisst „Das muss ich fotografieren!!!“.

Und Ruckzuck läuft die Tour so weiter und ihr haltet ständig an, weil es eben nicht anders geht, und ihr saugt das Land wie ein Verdurstender in euch auf.

Ich bin jetzt 2 Mal von Edinburgh nach Fort William gefahren – dort war meine erste Übernachtung – und ich habe JEDESMAL ca. 5 Stunden gebraucht. Wobei das Navi aber sagt, ihr schafft es in etwas über 2 Stunden (es sind ja auch nur ca. 200km).

Plant Staun-Zeit ein! Plant Foto-Zeit ein! Und plant Ich-verfahr-mich-mal-Zeit ein, weil man sich mit seinem Navi streitet und das blöde Ding am Ende auch noch Recht behält 😀 und IHR falsch gefahren seid *gg*

Schottland ist klein und man kann es durchaus an einem Tag schaffen von der Westküste an die Ostküste zu kommen, aber es steckt viel drin und es gibt einfach wirklich dieses „Halt an!!!! Halt an!!!“-Verhalten, was so ziemlich jeder Touri, den ich kenne, an den Tag legt.

Laßt euch Zeit dafür, hetzt nicht – und genießt es.

Für die großen Castles plane ich von vornherein immer 3 Stunden ein, denn meistens gibt es auch noch einen wunderschönen Garten zu entdecken.

Da ich Gärten liebe und Schottland einige sehr schöne hat, plane ich für solche sogar nochmal ein halbes Stündchen mehr ein, wie für den Pitmeddan Garden. Der ist absolut wunderschön.

Pitmeddan Garden - vorne links die schottische Distel, rechts die schottische Flagge
Pitmeddan Garden – vorne links die schottische Distel, rechts die schottische Flagge #davina77

 

Bei Ruinen (außer den großen wie Urqhart oder Dunnottar) brauche ich meist nicht so lang, oft liegt die Zeit zwischen einer halben und eineinhalb Stunden.

Je größer desto mehr Zeit, kann man sich eigentlich merken.

Gerne läuft einem auch mal ein toller Sandstrand über den Weg, an dem man einfach nicht vorbei KANN. Oder man findet einfach so einen Aussichtspunkt, an dem anhalten MUSS weil man sonst stirbt, wenn man genau DAS nicht genießen und fotografieren darf. Das führt dann auch mal dazu, dass man in einer Hofeinfahrt stehen bleibt ^^ (Das sollte man natürlich nicht machen, wenn´s geht).

Single Track Roads fordern auch einen großen Zeit-Tribut, denn wenn man die nicht gewöhnt und sowieso ein ängstlicher Fahrer ist, dann braucht man sehr viel länger. Oft sind diese Straßen gewunden und unübersichtlich und man könnte hinter jeder nächsten Biegung einen Schotten knutschen … oder einen anderen Touri. Und das will, glaube ich keiner, solange wir hier von dem Mietwagen reden *ggg*.

Also, zusammen fassend:

  • Besorgt euch eine Karte, schaut Fernsehen oder googelt
  • Entscheidet euch, wie euer Trip aussehen soll
  • Googelt die Attraktionen und seht, was ihr machen wollt – und was ihr euch leisten könnt
  • Entscheidet euch dann, in welcher Gegend ihr unterwegs sein wollt
  • Und dann macht euch ein wenig an die Routenplanung (mit Google Maps funktioniert das natürlich auch!)
  • Und dann, nach einiger Zeit, seht ihr eine Strecke mit Attraktionen – und ihr könnt es nicht erwarten auf eure individuell geplante Reise zu gehen – und zu entdecken, was dort auf euch wartet.

Eure Davina

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